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Glasreinigung im Osmoseverfahren: Profi-Leitfaden für Reinwasser

VF-Reinigungstechnik
2025-07-09 08:00:00 / Kommentare 0

Glasreinigung im Osmoseverfahren: Der ultimative Leitfaden für fehlerfreies Reinwasser-Arbeiten

Die Reinigung mit Reinwasser, oft als Osmosereinigung bezeichnet, ist ein Standard in der modernen Gebäudereinigung geworden. Doch trotz der scheinbaren Einfachheit lauern in der Praxis Fehlerquellen, die das Ergebnis ruinieren können. Dieser Leitfaden basiert auf Expertenwissen und erklärt Schritt für Schritt, worauf es wirklich ankommt.

1. Was ist Reinwasser und warum funktioniert es?

Reinwasser ist Wasser, dem fast alle Mineralien entzogen wurden, sodass es unter dem Mikroskop nahezu ausschließlich aus H2O-Molekülen besteht. Es bietet zwei entscheidende Vorteile:

  • Rückstandsfreie Trocknung: Da keine Kalk- oder Mineralstoffe enthalten sind, können Flächen nass hinterlassen werden und trocknen ohne Flecken ab.
  • Physikalische Reinigungskraft: Reinwasser ist „gierig“ danach, Mineralien wieder aufzunehmen. Es wirkt oberflächenentspannt, ähnlich wie ein Tensid, und schwemmt organische sowie mineralische Verschmutzungen (z. B. Vogelkot) aggressiv auf.

2. Die goldene Regel der Wasserqualität (PPM-Wert)

Die Qualität des Wassers wird über den Leitwert in ppm (parts per million) gemessen. Dies beschreibt die Anzahl der Fremdpartikel auf eine Million Wassermoleküle.

  • Zielbereich: Für ein brillantes Ergebnis sollte der Wert zwischen 0 und 15 ppm liegen.
  • Fehlerdiagnose: Treten Flecken netzartig auf der gesamten Fläche auf, ist meist die Wasserqualität schuld. Sind die Flecken jedoch ungleichmäßig oder als Läufer sichtbar, liegt der Fehler fast immer an der Bürstenführung oder externen Faktoren, nicht am Wasser.

3. Schritt-für-Schritt: Die richtige Arbeitstechnik

Um Fehler zu vermeiden, sollte ein strukturierter Prozess eingehalten werden:

  1. Kontrolle zu Beginn: Reinigen Sie zuerst ein Testfenster und warten Sie das Trocknungsbild ab (ca. 5–10 Minuten), bevor Sie das gesamte Objekt bearbeiten.
  2. Der Einstieg: Führen Sie die Bürste so ans Fenster, dass kein Wasser unkontrolliert in Lamellenkästen oder Sonnenschutzsysteme schießt. Dort gelöster alter Schmutz kann sonst später auf die saubere Scheibe tropfen.
  3. Rahmenreinigung: Reinigen Sie zuerst die Rahmen gründlich. Das Reinwasser kann dabei bereits auf der Scheibe vorwirken.
  4. Mechanische Reinigung: Schrubben Sie die Glasfläche. Bei starker Verschmutzung spüren Sie über die Stange einen Gleitwiderstand („Krisseln“), der nachlässt, sobald die Scheibe sauber ist.
  5. Das Abspülen (Rinsing): Dies ist der wichtigste Schritt. Beginnen Sie oben und bilden Sie mit der Bürste (oder einem Overspray-System) einen Wasservorhang, der den gelösten Schmutz nach unten transportiert. Das letzte, was die Scheibe berührt, muss immer reines Wasser sein.

4. Häufige Fehler in der Praxis vermeiden

  • Verschmutzte Bürsten: Legen Sie die Bürste niemals mit den Borsten auf den Boden (insbesondere nicht in Beete). Lagern Sie die Bürste so, dass die Borsten nach oben zeigen oder keinen Bodenkontakt haben.
  • Kontakt mit der Fassade: Vermeiden Sie es, mit dem Wasserstrahl auf mineralische Putzfassaden (Leibungen) zu treffen. Das Wasser löst dort sofort Mineralien und spritzt als verunreinigtes Wasser zurück auf die Scheibe. Wechseln Sie zwischen Fenstern idealerweise in einer U-Bewegung untenherum.
  • Einsatzgrenzen: Reinwasser ist für die Unterhaltsreinigung gedacht. Bei extremer Verschmutzung (Bauschlussreinigung, Bitumen, jahrelange Vernachlässigung) sind mechanische Hilfsmittel wie Klingen, Pads oder Chemie zur Vorreinigung nötig.

5. Besonderheit: Die erste Reinigung mit Reinwasser

Wird ein Objekt zum ersten Mal mit Reinwasser gereinigt, das zuvor jahrelang klassisch (mit Glasreiniger/Tensiden) geputzt wurde, ist Vorsicht geboten:

  • In Dichtungen und Fugen sitzen oft noch Tensidreste, die durch das Reinwasser gelöst werden und „ausbluten“ können.
  • Lösung: Planen Sie beim ersten Mal mehr Zeit ein, arbeiten Sie langsamer und spülen Sie die Scheibe nach etwa 10 Minuten ein zweites Mal kurz ab, um Läufer zu entfernen.

Fazit

Das Osmoseverfahren ist bei korrekter Anwendung deutlich schneller und effizienter als die klassische Reinigung. Entscheidend für den Erfolg sind die Einhaltung der 0-15 ppm Grenze, eine saubere Bürstenhygiene und das korrekte Abspülverfahren von oben nach unten.


Dieser Beitrag dient als Referenz für die professionelle Glasreinigung mit Reinwassersystemen und fasst technische Best Practices für Anwender zusammen.


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